Vogelpark Bobenheim-Roxheim

Der Tierbestand
im Vogelpark Bobenheim-Roxheim

Schreitvögel

Ein Haltungsschwerpunkt im Vogelpark Bobenheim-Roxheim stellen die Schreitvögel dar. Hierbei handelt es sich um Vögel, die hauptsächlich am Wasser leben. Insgesamt werden 12 Arten dieser Ordnung gehalten, unterteilt in die Familien Reiher, Ibise & Löffler sowie Störche. Aus der Gruppe der Reiher konnten bis jetzt 5 Arten nachgezüchtet werden, dies waren Kuhreiher, Seidenreiher, Küstenreiher, Nachreiher und Rallenreiher. Weiße Sichler, und Heilige Ibisse bebrüteten ebenfalls ihre Gelege. Der Afrikanische Löffler fällt durch seine eigenartige Schnabelform auf. Zahlreiche Weiß-Störche zogen ihre Jungvögel auf. Der Abdim- oder Regenstorch aus Afrika sieht unserem heimischen Schwarzstorch sehr ähnlich, ist jedoch wesentlich kleiner. Der Regenstorch kündigt in Afrika durch sein Zugverhalten die Regenzeit für die heimische Bevölkerung an und kommt so zu seinem Namen. Auch er konnte im Vogelpark Bobenheim-Roxheim bereits gezüchtet werden.

Flamingos

Unsere Flamingo-Gruppe besteht aus 2 Chile-Flamingos und 12 Rosa-Flamingos. Flamingos stellen für uns den Inbegriff exotischer Tiere dar. In der Natur besiedeln die Tiere jedoch unwirkliche Lebensräume in oft karger Landschaft. Dabei sind sie oftmals extremen Temperaturschwankungen ausgeliefert. Bis jetzt sind bei uns die Chile-Flamingos zur Eiablage gekommen. Die Gefiederfärbung erhalten die Vögel durch Farbstoffe in ihrer Nahrung. In Menschenobhut wird spezieller Farbstoff dem Futter beigemischt. Unser Flamingofutter wird aus England importiert.

Entenvögel

Die Haltung und Zucht von europäischen Arten stellt den Schwerpunkt dieser Vogelgruppe dar. Weißwangen- oder Nonnengänse und Schneegänse züchteten erfolgreich, ebenso die Rothalsgänse (siehe Bild). Die Streifengänse besiedeln unwirkliche Lebensräume in Zentralasien. In Bobenheim gelang die Zucht bis heute regelmäßig. Bei den Enten unterscheidet man in Schwimm- und Tauchenten. Schwimmenten sind Bewohner von Teichen, Seen und langsam fließenden Gewässern, wo sie sich hauptsächlich von Wasserpflanzen ernähren. Sie fliegen schnell und erheben sich senkrecht startend vom Wasser. Vertreter dieser Entengruppe sind im Vogelpark Bobenheim die Stockenten, Spießenten, Pfeifenten, Krikenten, Knäkenten, Löffelenten, Mandarinenten und Brandenten. Die Brandente wird auch Brandgans genannt und bis heute ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob es sich bei diesem Vogel um eine Ente oder eine Gans handelt. Tauchenten tragen einen Lappen an der Hinterzehe. Ihre Schnäbel sind flach. Ehe sie starten, laufen sie erst noch eine gewisse Strecke flügelschlagend über das Wasser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Schnecken und Muscheln, Wasserinsekten und Krebstieren. Vertreter der Tauchenten im Vogelpark sind die Kolbenenten, Bergenten, Reiherenten, Tafelenten, Moorenten und Schellenten. Neben all diesen europäischen Arten werde noch die in Südamerika, Afrika und Asien beheimatete Gelbe Pfeifente und die aus Mittelamerika stammende Rotschulterente gehalten. Brautenten stammen ebenfalls aus Amerika.

Greifvögel

Greifvögel haben die Menschen schon immer fasziniert. Im Vogelpark sind die Steppen- oder Raubadlerdie größten Vertreter der Ordnung Falconiformes. Sie besiedeln Asien einschließlich des indischen Subkontinents und Afrika. Es haben sich zahlreiche Unterarten herausgebildet, die in Größe und Farbe sehr variieren. Auch haben sich unterschiedliche Zugwege und Ãœberwinterungs- gebiete entwickelt. Raubadler ernähren sich von Aas und schlagen nur selten Beutetiere selbst, die jedoch kaum Hasengröße übersteigen. Rotschwanzbussarde gehören zur Familie der Bussarde und kommen in der Neuen Welt in 14 Unterarten vor. Unsere Tiere brüteten mehrfach erfolgreich. Ihre natürliche Aggressivität macht zu beliebten Beizvögeln für Falkner. Der Rote und Schwarze Milan sind Greifvögel unserer Heimat. Sie sind noch durchaus häufig anzutreffen. Schwarze Milane bevorzugen die Nähe von Gewässern, während der Rote Milan eher bewaldete Gebiete bevorzugt. In der Natur kommt es gelegentlich zu Mischehen, aus denen Hybriden hervorgehen. Die Zucht beider Arten gelang im Vogelpark Bobenheim-Roxheim (im Bild der Rote Milan). Vertreter der Falken sind bei uns die in Europa heimischen Turmfalken. Buntfalken kommen aus der Neuen Welt und brüten bei uns regelmäßig. Baum- und Turmfalken konnten ebenfalls zur Zucht bewegt werden.

Kranichvögel

Einer der schönsten Kraniche ist der aus Afrika stammende Kronenkranich. Sein auffälliges Äußeres tarnt ihn perfekt in den hohen Gräsern seines natürlichen Lebensraumes. Der Graukranich lebt in Europa und Asien. Die europäische Nominatform und die asiatische Unterart vermischen sich an ihren Verbreitungsgrenzen. Regelmäßig können frei lebende Kraniche zur Zugzeit in unserer Region beobachtet werden. Die Zucht von Kranichen gestaltet sich als sehr schwierig und ist uns wiederholt gelungen. Bei unseren Graukranichen gelangen sowohl Naturbrut als auch Handaufzucht. Doch gerade bei Kranichen hat man in der Handaufzucht später oftmals Probleme mit geprägten Vögeln. Ein ungemeiner Vorteil solcher Vögel stellt ihre Präsentation (vor allem während der Aufzucht) dar. Sie sind ideal, um im Rahmen von Führungen Besuchergruppen (insbesondere Schulklassen) die Vogelwelt näher zu bringen.

Im Bild ein junger Graukranich aus dem Zuchtjahr 2002 in der Handaufzucht. Im selben Jahr gelang erstmals die Aufzucht eines Kronenkranichs im Vogelpark

Watvögel

Diese Vogelgruppe stellt einen weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit dar. Dabei handelt es sich um meist an das Wasser gebundene Vogelarten. Die Tiere sind Bodenbrüter und ihre Nester variieren von einfachen Mulden, Muldenausgelegt mit kleinen Steinchen, mit Gräsern ausgepolsterte Nester und Nester in mehr oder weniger hohen Gräsern. Sie legen 2 - 4 Eier. Mehrfach gelang uns die Zucht des Austernfischers, einem Charaktervogel an der Deutschen Küste. Auch die Zucht der ebenfalls an der See vorkommenden Stelzenläufer und Säbelschnäbler ist mehrfach gelungen. Zwischen 1984 und 1999 konnten 220 junge Säbelschnäbler gezüchtet. Bemerkenswert sind auch die Nachzuchten bei den Europäischen Trielen. Der Vogelpark Bobenheim kann für sich in Anspruch nehmen, die einzige Einrichtung in Deutschland zu sein, in der es bei dieser seit 1992 in der Bundesrepublik ausgestorbenen Vogelart regelmäßig zur Nachzucht kommt. Ein interessanter Vergleich zu anderen Trielarten wird durch die Haltung des afrikanischen Kap-Triels und des südamerikanischen Peru-Triels (siehe Bild) möglich. Aus der Familie der Regenpfeifer werden zahlreiche Arten gehalten. Ebenso mehrere Kiebitzarten wie der in Mitteleuropa beheimatete Kiebitz sowie die aus Afrika stammenden Waffenkiebitze und Kronenkiebitze. Aus der Familie der Schnepfenvögel sind einige Arten zu bewundern. Einmalig ist auch der Ruf der Rotschenkel und der Gesang der Großen Brachvögel. Viele dieser in der Natur bedrohten Arten konnten regelmäßig nachgezüchtet werden - somit ein wertvoller Beitrag zum Natur- und Artenschutz geleistet werden.

Papageien

Aus der Familie der Papageien sind zahlreiche farbenfrohe Vertreter zu bewundern. Die imposantesten Tiere sind dabei sicherlich unsere Aras, wovon der Hellrote und der Gelbbrustara gepflegt werden. Die Heimat der Aras ist Südamerika, wo sie sich von Früchten, Körnern, Knospen, Rinde u.a. ernähren. Andere, beliebte Vertreter dieser Vogelgruppe sind die Blaustirnamazonen aus Mittel-und Südamerika. Die Zucht dieses beliebten Stubenvogel gelang mehrmals in Naturbrut! Unzertrennliche, Wellensittiche und Nymphensittiche sind bei uns ebenso zu Hause wie der kleine Alexandersittich, Schönsittiche und Rosenbrustbartsittiche.

 

Eulen

Eulen sind meist nachtaktive Tiere, die mit den Greifvögeln wenig gemeinsam haben. Sie sind nicht miteinander verwandt. Im anatomischen Bereich liegen die wesentlichen Unterschiede. Eulen besitzen im Gegensatz zu den Greifvögeln keinen Kropf, in dem die Nahrung vor der Verdauung "zwischengelagert" und vorverdaut wird. Desweiteren sitzt das Augenpaar im vorderen Bereich des Kopfes und nicht seitlich, wie bei den Greifvögeln. Eine im Vogelreich einzigartige Konstruktion der Federn ermöglicht einen lautlosen Flug. Im Vogelpark Bobenheim-Roxheim werden momentan fünf Eulenarten gepflegt. Dabei handelt es sich um Steinkäuze, Brahmakäuze, Waldohreulen, Weißgesichtseulen und die Schnee-Eulen. In der Regel unterscheiden sich bei den Eulen die Geschlechter in Größe und Gewicht, wobei die weiblichen Tiere stärker ausfallen. Bei den Schnee-Eulen ist der Geschlechtsunterschied anhand der Gefiederfärbung sicher festzustellen. Weibchen besitzen die wesentlich stärkere schwarze Gefiederzeichnung.

Rechts: Zwergohreule (Otus scops), deren Zucht in der Vergangenheit regelmäßig gelang.

Turakos

Turakos und Lärmvögel stammen ausschließlich aus Afrika. Sie stehen verwandtschaftlich nahe bei den Tauben und Kukuksvögel. Eine Besonderheit bei diesen Vögeln stellen die Gefiederfarben dar. Während bei allen anderen Vögeln die Farben durch die Lichtbrechung im Gefieder entstehen, handelt es sich bei den Grün- und Rottönen um echte Farben, die durch die Farbstoffe Turacoverdin (grün) und Turacin (rot) gebildet werden. Turakos bauen taubenähnliche Nester und legen 1-3 Eier. Turakos bewohnen die Urwälder und lichte Parklandschaften Afrikas, Lärmvögel dagegen die Savannen dieses einzigartigen Kontinents.Vertreter der Lärmvögel ist der Weißbauch - Lärmvogel. Der Weißbauch-Lärmvogel ist im übrigen der einzige Vertreter dieser Vogelgattung, bei dem eine optische Geschlechtsunterscheidung möglich ist. Im Bild das weibliche Tier, zu erkennen am gelb-grünlich wirkenden Schnabel. Der Schnabel des Männchens ist schwarz.

Der Hartlaubturako ist ein häufig zu sehender Vertreter dieser Vogelgruppe. In der Vergangenheit wurden sowohl Hartlaub- als auch Schildturakos gezüchtet. Tuakos faszinieren in mehrer Hinsicht. Wie oben schon angesprochen spielen Farben eine entscheidende Rolle. Aber auch das Verhalten der Tiere ist interessant. So schlüpfen die Jungvögel voll beduhnt, was bei Nesthockern eher selten anzutreffen ist. Bereits nach etwa 2 Wochen verlassen die Jungen noch nicht voll befiedert das Nest. Sie können jedoch sehr gut klettern und benutzen in diesem Stadium der Entwicklung auch ihre Flügel, um sich im Gezweig zu bewegen. Heute wird der Weißohrturako und der Schildturako gehalten.

Rackenvögel

Bei diesen Vögeln handelt es sich um fleischfressende Tiere, die ihre Gelege in Höhlen bebrüten. Aus dieser Vogelgruppewerden Vertreter aus den Familien der Eisvögel und der Racken gehalten.

Die Blaubach- oder Opalracke gehört zu den eindrucksvollen Vertretern dieser Vogelgruppe. Links junge Gabelschwanzracken im Nest.

Zu den Eisvögeln zählt der Lachende Hans aus Australien. Er ernährt sich weniger von Fischen als vielmehr um Insekten, Reptilien und Mäusen. Rackenvögel brüten vorwiegend in Baumhöhlen. Im Vogelpark Bobenheim-Roxheim ist die in Europa beheimatete Blauracke zu sehen. Sie ist eine der farbenfrohesten europäischen Vogelarten. Daneben halten wir einen afrikanische Vertreter, nämlich die Gabelschwanzracke. Im Vogelpark gelang die Zucht von Blau- und Gabelschwanzracke.

Sperlingsvögel

Buchfinken, Girlitze, Grünlinge, Stieglitze und Dompfaffen gehören zur Familie der Edelfinken und stammen ausEurasien. Ihre Zucht gelang im Vogelpark Bobenheim regelmäßig und ist sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv. Voraussetzung für eine erfolgreiche Nachzucht ist die Verfütterung halbreifer Sämereien, die täglich frisch in großen Mengen angeboten werden muß. Die Familie der Prachtfinken umfaßt sehr farbenprächtige Vögel. Dabei handelt es sich um Körnerfresser, die allerdings zur Brut auch animalische Kost benötigen. Das hübsche Orangebäckchen kommt aus Westafrika und bewohnt Hochgrassavannen. Der Tigerfink bewohnt große Teile Vorderindiens in nicht zu trockenen Gebieten. Der Zebrafink ist sicherlich einer der bekanntesten australischen Vogelarten und gilt als domestiziertes Tier. Webervögel, wie etwa der Oryxweber oder der Dottergelbe Weber fallen durch Farbe und besonders durch ihren Nestbau auf. Dieser verleiht ihnen auch ihren Namen, da die Vögel ihre Nester aus Gräsern regelrecht zusammen weben. Bei diesen Nestern handelt es sich um wahre Wunderwerke.

Die Zucht von Prachtfinken ist immer noch eine große Herausforderung an die Vogelpfleger und ist im Vogelpark Bobenheim-Roxheim unregelmäßig gelungen.

Stare

Aus der Familie der Stare sind mehrere Arten zu bewundern. Zum einen ist dies der bei uns heimische Star, einer der schönsten Sänger der Vogelwelt. Die Zucht des afrikanischen Dreifarbenglanzstares ist uns mehrfach gelungen.Mehr noch als sein Gesang beeindrucken die Farben seines Gefieders. Selten gelingt in den Volieren die Zucht des Mittelbeos, der unseren Besuchern ja als begabter Sprecher bekannt ist. Bei uns brütet diese asiatische Vogelart regelmäßig. Bei den aus Asien stammenden Pagodenstaren wartet man noch auf Nachwuchs. Unsere Balistare gehören zu den seltensten Vogelarten. In seiner Heimat, der Insel Bali, ist die Population auf etwa 40 Tiere zusammengeschrumpft. Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich im Fang für die Liebhaber von Käfigvögeln auf Bali und der fortschreitenden Biotopzerstörung. Deshalb sind wir dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) angeschlossen, um einen Beitrag zur Erhaltung dieser schönen Vogelart leisten zu können. Als Vertreter der Rabenvögel sind Rotschnabelschweifkittas aus Asien, Kappenblauraben aus Südamerika zu sehen. Rabenvögel gelten als intelligent und erfreuen den Besucher durch ihr stetes Treiben. Ihr natürliches Verhalten kann auch in der Volierenhaltung sehr gut studiert werden.

• • •