Vogelpark Bobenheim-Roxheim

Kiebitzauswilderung in Rheinland-Pfalz

Der Vogelpark unterstützt das Kiebitzprojekt des Landes Rheinland-Pfalz und der GNOR.

Zwei Kiebitze mit Hilfe des Zoo Karlsruhe ausgewildert!

GNOR e.V. - Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V. Aktion Grün - Leitartenkonzept Kiebitz

Die „Aktion Grün“ der Landesregierung soll eine Antwort auf das Artensterben sein. Sie ist ein Aktionsprogramm und ein Aktionsbündnis: Gemeinsam mit Partnern aus Naturschutz und Landwirtschaft, Gesellschaft und Kommunen will sie das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten und unsere Naturräume, also Wiesen, Wälder und Gewässer, schützen.

Der Kiebitz gilt als Charaktervogel der offenen Agrarlandschaft. Als Brutvogel benötigt er offene Bodenflächen mit geringer Vegetationshöhe, wie sie früher z.B. im Magergrünland, in beweideten Feuchtgrünlandflächen oder Überschwemmungsflächen entstanden. Diese Flächen sind heute oftmals verloren gegangen oder werden intensiv für die Landwirtschaft genutzt. Folien- und Fließeinsatz im Gemüseanbau sind gerade in der Vorderpfalz stark vertreten.
Um den starken Rückgang der Kiebitz-Population entgegenzuwirken, wurde dieses Pilotprojekt ins Leben gerufen. Brutplätze sollen kartiert und durch Einzäunen gesichert werden. Das Einbeziehen der Landnutzer soll den Kiebitzen langfristig den Lebensraum sichern. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Süden des Landes (Rheinhessen-Vorderpfalz).

Die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e. V. (GNOR) führt mit einem Hauptamtlichen und zwei 450€ Beschäftigten dieses Projekt für das Land Rheinland-Pfalz durch. Das Projekt ist zunächst bis Ende 2021 angesetzt.
Der Fokus des Projektes liegt eindeutig in der Sicherung und Überwachung der letzten Brutplätze sowie im Werben für diese schöne Vogelart bei den Landnutzern.

Anfang Juli werden bei einem Kontrollgang bei Landau 3 schlüpfende Küken entdeckt. Die Altvögel hatten das Gelege aus ungeklärter Ursache aufgeben müssen.

Nach kurzer Absprache konnten die drei Jungvögel in den Vogelpark Bobenheim-Roxheim gebracht werden. Durch die schwierigen Schlupfumstände hatte ein Vogel eine falsche Körperhaltung. Das Tier verendete nach einer Woche in der Aufzucht. Die beiden anderen Tiere entwickelten sich gut.

Die drei Kiebitze

(Die drei Kiebitze, vorne rechts der deformierte Vogel)

Zwischenzeitlich konnte mit dem Zoo Karlsruhe Kontakt aufgenommen werden. Dieser ist selbst Teil eines Kiebitzprojektes der Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg. Dieses Projekt geht mit der gezielten (und genehmigten) Entnahme von Kiebitzgelegen über das rheinland-pfälzische Projekt hinaus. Durch die Entnahme von Eiern aus der Natur, die sonst unweigerlich verloren wären, können am Ende zusätzliche Tiere in die Natur entlassen werden. Im Jahr 2021 wurden so 35 junge Kiebitze, die über den Zoo ausgewildert werden. Zoodirektor und Artenschützer, Dr. Matthias Reinschmidt, war sofort bereit die beiden rheinland-pfälzischen Kiebitze als Nummer 36 und 37 mit in das Programm aufzunehmen.

Nachdem die beiden Kiebitze in den Vogelparkvolieren die Selbstständigkeit erreicht hatten, wurden sie am 23. Juli an Dr. Reinschmidt übergeben. Nach einigen Tagen in der Auswilderungsvoliere bei Brühl wurden sie der Natur zurückgegeben.

Trotz der schwierigen Umstände ist die Rettungsaktion durch das unkomplizierte Handeln aller Beteiligten gut gelaufen bietet vielleicht sogar neue Chancen für die Zukunft!

Dr. Reinschmidt, Heike Gonschior (GNOR) und Rainer Berenz (Vogelpark Bobenheim-Roxheim)

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