Vogelpark Bobenheim-Roxheim

Der Tierbestand
im Vogelpark Bobenheim-Roxheim

Schreitvögel

Ein Haltungsschwerpunkt im Vogelpark Bobenheim-Roxheim stellen die Schreitvögel dar. Hierbei handelt es sich um Vögel, die hauptsächlich am Wasser leben. Insgesamt werden 8 Arten dieser Ordnung gehalten, unterteilt in die Familien Reiher, Ibise & Löffler sowie Störche. Aus der Gruppe der Reiher sind die weltweit verbreiteten Kuhreiher sowie die aus Europa stammenden Seiden-, Nacht- und Graureiher zu sehen.

Aus der Familie der Ibise werden die aus Afrika stammenden Heiligen Ibise und die Mittelamerikanischen Weißen Sichler gehalten. Beide Arten schritten in der Vergangenheit regelmäßig zur Brut. Der heimische Weiß-Storch war zu Beginn der 80ziger Jahre in der Pfalz lange ausgestorben. Unter anderem durch die jahrzehntelangen Bemühungen im Vogelpark Bobenheim-Roxheim konnte der Storch in Bobenheim-Roxheim wieder heimisch werden. 2018 brüteten 21 Storchenpaare auf der Gemarkung der Großgemeinde. Der Abdim- oder Regenstorch aus Afrika sieht unserem heimischen Schwarzstorch sehr ähnlich, ist jedoch wesentlich kleiner. Der Regenstorch kündigt in Afrika durch sein Zugverhalten die Regenzeit für die heimische Bevölkerung an und kommt so zu seinem Namen. Auch er konnte im Vogelpark Bobenheim-Roxheim bereits gezüchtet werden.

Junge Heilige Ibise im Nest

Junge Heilige Ibise im Nest

Flamingos

Unsere Flamingo-Gruppe besteht aus 2 Chile-Flamingos und 8 Rosa-Flamingos. Flamingos stellen für uns den Inbegriff exotischer Tiere dar. In der Natur besiedeln die Tiere jedoch unwirkliche Lebensräume in oft karger Landschaft. Dabei sind sie oftmals extremen Temperaturschwankungen ausgeliefert. Bis jetzt sind bei uns die Chile-Flamingos zur Eiablage gekommen. Die Gefiederfärbung erhalten die Vögel durch Farbstoffe in ihrer Nahrung. In Menschenobhut wird spezieller Farbstoff dem Futter beigemischt. Unser Flamingofutter wird aus England importiert.

Entenvögel

Im Vogelpark Bobenheim-Roxheim leben verschieden Gänsearten. Neben Grau- und Kanadagänsen ist die zierlichere Nonnengans und die Nilgans zu sehen. Eine Gruppe Hausgänse zeigt deutlich, wofür diese Tiere einstmalig gezüchtet wurden, nämlich als Fleischlieferant. Bei den bei uns gehaltenen Gänsen handelt es sich meist um Dauerpfleglinge.

Bei den Enten unterscheidet man in Schwimm- und Tauchenten. Schwimmenten sind Bewohner von Teichen, Seen und langsam fließenden Gewässern, wo sie sich hauptsächlich von Wasserpflanzen ernähren. Sie fliegen schnell und erheben sich senkrecht startend vom Wasser. Vertreter dieser Entengruppe sind im Vogelpark Bobenheim die Stockenten, Spießenten, Krikenten, Knäkenten, Löffelenten, Mandarinenten und Brandenten. Die Brandente wird auch Brandgans genannt und bis heute ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob es sich bei diesem Vogel um eine Ente oder eine Gans handelt. Tauchenten tragen einen Lappen an der Hinterzehe. Ihre Schnäbel sind flach. Ehe sie starten, laufen sie erst noch eine gewisse Strecke flügelschlagend über das Wasser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Schnecken und Muscheln, Wasserinsekten und Krebstieren. Vertreter der Tauchenten im Vogelpark sind die Kolbenenten, Bergenten, Reiherenten, Tafelenten, und Moorenten. Neben all diesen europäischen Arten werden noch die aus Südamerika stammende Peposakaente, die aus Afrika stammenden Kapente und die aus Mittelamerika stammende Rotschulterente gehalten.

Der aus Australien stammende Trauerschwan ist zierlicher als der bei uns heimische Höckerschwan. Sein schwarzes Gefieder und sein roter Schnabel machen ihn zu einer Attraktion im Vogelpark. Daneben ist mit den Coscorobaschwänen eine gänzlich weiße Schwanenart aus Südamerika zu sehen.

Greifvögel

Greifvögel haben die Menschen schon immer fasziniert. Im Vogelpark sind die Steppen- oder Raubadler die größten Vertreter der Ordnung Falconiformes. Sie besiedeln Asien einschließlich des indischen Subkontinents und Afrika. Es haben sich zahlreiche Unterarten herausgebildet, die in Größe und Farbe sehr variieren. Auch haben sich unterschiedliche Zugwege und Überwinterungsgebiete entwickelt. Raubadler ernähren sich von Aas und schlagen nur selten Beutetiere selbst, die jedoch kaum Hasengröße übersteigen.

Vertreter der Falken sind bei uns die in Europa heimischen Turmfalken. Buntfalken kommen aus der Neuen Welt und konnten im Vogelpark bereits gezüchtet werden.

Weitere Vertreter aus der Neuen Welt sind die südamerikanischen Bergkarakaras. Diese leben dort im alpinen Hochland zwischen 3000 und 5000 Metern.

Aus der Familie der Habichtartigen ist der ebenfalls aus Amerika stammende Wüstenbussard zu sehen. Die Tiere leben in kleinen, lockeren Familienverbänden.

Greifvogelvolieren im Vogelpark

Greifvogelvolieren im Vogelpark

Kranichvögel

Einer der schönsten Kraniche ist der aus Afrika stammende Kronenkranich. Sein auffälliges Äußeres tarnt ihn perfekt in den hohen Gräsern seines natürlichen Lebensraumes. Der Graukranich lebt in Europa und Asien. Die europäische Nominatform und die asiatische Unterart vermischen sich an ihren Verbreitungsgrenzen. Regelmäßig können frei lebende Kraniche zur Zugzeit in unserer Region beobachtet werden. Die Zucht von Kranichen gestaltet sich als sehr schwierig und ist uns wiederholt gelungen. Bei unseren Graukranichen gelangen sowohl Naturbrut als auch Handaufzucht.

Im Bild ein junger Graukranich aus dem Zuchtjahr 2002 in der Handaufzucht. Im selben Jahr gelang erstmals die Aufzucht eines Kronenkranichs im Vogelpark.

Watvögel

Diese Vogelgruppe stellt einen weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit dar. Dabei handelt es sich um meist an das Wasser gebundene Vogelarten. Die Tiere sind Bodenbrüter und ihre Nester variieren von einfachen Mulden, Muldenausgelegt mit kleinen Steinchen, mit Gräsern ausgepolsterte Nester und Nester in mehr oder weniger hohen Gräsern. Sie legen 2 – 4 Eier. Mehrfach gelang uns die Zucht des Austernfischers, einem Charaktervogel an der Deutschen Küste. Auch die Zucht der ebenfalls an der See vorkommenden Stelzenläufer und Säbelschnäbler ist mehrfach gelungen. Zwischen 1984 und 1999 konnten 220 junge Säbelschnäbler gezüchtet. Bemerkenswert sind auch die Nachzuchten bei den Europäischen Trielen. Im Vogelpark Bobenheim-Roxheim gelang die Nachzucht dieser seit 1992 in der Bundesrepublik ausgestorbenen Vogelart mehrfach. Über die Haltung und Zucht von Peru- und Kaptrielen wurde ein umfangreicher Zuchtbericht veröffentlicht.

Im Vogelpark Bobenheim-Roxheim können mehrere Kiebitzarten beobachtet werden: einmal der in Mitteleuropa beheimatete Europäische Kiebitz, der aus Afrika stammenden Waffenkiebitze und der Bronzeflügelkiebitz aus Sudamerika.

Aus der Familie der Schnepfenvögel werden Rotschenkel und Großer Brachvogel gehalten.

Viele dieser in der Natur bedrohten Arten konnten regelmäßig nachgezüchtet werden – somit ein wertvoller Beitrag zum Natur- und Artenschutz geleistet werden.

Papageien

Aus der Familie der Papageien sind zahlreiche farbenfrohe Vertreter zu bewundern. Die imposantesten Tiere sind dabei sicherlich unsere Aras, wovon der Hellrote und der Gelbbrustara gepflegt werden. Die Heimat der Aras ist Südamerika, wo sie sich von Früchten, Körnern, Knospen, Rinde u.a. ernähren. Andere, beliebte Vertreter dieser Vogelgruppe sind die Blaustirnamazonen und Venezuelaamazonen aus Mittel-und Südamerika.

Ebenfalls zu den Papageien zählt der aus Südamerika kommende, gelb-grün-blaue Sonnensittich. Die Art züchtet regelmäßig im Vogelpark und bewohnt im Familienverbund eine Voliere.

Unzertrennliche, Wellensittiche und Nymphensittiche sind bei uns ebenso zu Hause wie der kleine Alexandersittich, Schönsittiche und Rosenbrustbartsittiche.

Eine Besonderheit sind die Gebirgs-Allfarbloris aus Australien. Als Nahrungsspezialisten erhalten Sie Früchte und einen speziellen Brei, der den Pollen und Nektar der Natur ersetzt.

Eulen

Eulen sind meist nachtaktive Tiere, die mit den Greifvögeln wenig gemeinsam haben. Sie sind nicht miteinander verwandt. Im anatomischen Bereich liegen die wesentlichen Unterschiede. Eulen besitzen im Gegensatz zu den Greifvögeln keinen Kropf, in dem die Nahrung vor der Verdauung “zwischengelagert” und vorverdaut wird. Weißgesichts-EuleDes Weiteren sitzt das Augenpaar im vorderen Bereich des Kopfes und nicht seitlich, wie bei den Greifvögeln. Eine im Vogelreich einzigartige Konstruktion der Federn ermöglicht einen lautlosen Flug. Im Vogelpark Bobenheim-Roxheim werden momentan sechs Eulenarten gepflegt. Dabei handelt es sich um Steinkäuze, Brahmakäuze, Choliba-Eulen, Weißgesichtseulen, Uhus und Schnee-Eulen.

In der Regel unterscheiden sich bei den Eulen die Geschlechter in Größe und Gewicht, wobei die weiblichen Tiere stärker ausfallen. Bei den Schnee-Eulen ist der Geschlechtsunterschied anhand der Gefiederfärbung sicher festzustellen. Weibchen besitzen die wesentlich stärkere schwarze Gefiederzeichnung.

Turakos

Turakos und Lärmvögel stammen ausschließlich aus Afrika. Sie stehen verwandtschaftlich nahe bei den Tauben und Kukuksvögel. Eine Besonderheit bei diesen Vögeln stellen die Gefiederfarben dar. Während bei allen anderen Vögeln die Farben durch die Lichtbrechung im Gefieder entstehen, handelt es sich bei den Grün- und Rottönen um echte Farben, die durch die Farbstoffe Turacoverdin (grün) und Turacin (rot) gebildet werden. Turakos bauen taubenähnliche Nester und legen 1-3 Eier. Turakos bewohnen die Urwälder und lichte Parklandschaften Afrikas, Lärmvögel dagegen die Savannen dieses einzigartigen Kontinents.Vertreter der Lärmvögel ist der Weißbauch – Lärmvogel. Der Weißbauch-Lärmvogel ist im Übrigen der einzige Vertreter dieser Vogelgattung, bei dem eine optische Geschlechtsunterscheidung möglich ist.

Der Hartlaubturako ist ein häufig zu sehender Vertreter dieser Vogelgruppe. In der Vergangenheit wurden sowohl Hartlaub- als auch Schildturakos gezüchtet. Tuakos faszinieren in mehrerer Hinsicht. Wie oben schon angesprochen spielen Farben eine entscheidende Rolle. Aber auch das Verhalten der Tiere ist interessant. So schlüpfen die Jungvögel voll beduhnt, was bei Nesthockern eher selten anzutreffen ist. Bereits nach etwa 2 Wochen verlassen die Jungen noch nicht voll befiedert das Nest. Sie können jedoch sehr gut klettern und benutzen in diesem Stadium der Entwicklung auch ihre Flügel, um sich im Gezweig zu bewegen. Heute wird der Weißohrturako und der Schildturako gehalten.

Eisvögel

Bei diesen Vögeln handelt es sich um fleischfressende Tiere, die ihre Gelege in Höhlen bebrüten. Aus dieser Vogelgruppe wird der aus Australien stammende Lachende Hans gezeigt. Die Zucht des Lachenden Hanses ist in früheren Jahren gelungen.

Sperlingsvögel

Buchfinken, Girlitze, Grünlinge, Stieglitze und Dompfaffen gehören zur Familie der Edelfinken und stammen aus Eurasien. Ihre Zucht gelang im Vogelpark Bobenheim regelmäßig und ist sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv. Voraussetzung für eine erfolgreiche Nachzucht ist die Verfütterung halbreifer Sämereien, die täglich frisch in großen Mengen angeboten werden muß. Die Familie der Prachtfinken umfasst sehr farbenprächtige Vögel. Dabei handelt es sich um Körnerfresser, die allerdings zur Brut auch animalische Kost benötigen. Der Zebrafink ist sicherlich einer der bekanntesten australischen Vogelarten und gilt als domestiziertes Tier. Gouldamadine sind besonders farbenfroh.

Stare

Aus der Familie der Stare sind mehrere Arten zu bewundern. Zum einen ist dies der bei uns heimische Star, einer der schönsten Sänger der Vogelwelt. Die Zucht des afrikanischen Dreifarbenglanzstares ist uns mehrfach gelungen. Mehr noch als sein Gesang beeindrucken die Farben seines Gefieders. Aus Asien sind im Vogelpark drei verschiedene Starenarten zu sehen, nämlich der Mittelbeo, der Pagodenstar und der Balistar. Unsere Balistare gehören zu den seltensten Vogelarten. In seiner Heimat, der Insel Bali, ist die Population auf etwa 40 Tiere zusammengeschrumpft. Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich im Fang für die Liebhaber von Käfigvögeln auf Bali und der fortschreitenden Biotopzerstörung. Als Vertreter der Rabenvögel sind Rotschnabelschweifkittas aus Asien zu sehen. Rabenvögel gelten als intelligent und erfreuen den Besucher durch ihr stetes Treiben. Ihr natürliches Verhalten kann auch in der Volierenhaltung sehr gut studiert werden.